Gronau, 1. Dezember 2019

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

 

wir laden Sie zur Stolpersteinverlegung und Veranstaltung am 14. Dezember 2019 um 15:00 Uhr ins Bürgerbüro der SPD in der Bahnhofstraße 28 ein. Es werden vier Stolpersteine verlegt. Allesamt für Personen, die während der NS-Diktatur im Widerstand aktiv waren.

 

 

Programmablauf:

 

15:00 Uhr:       Begrüßung und Projektvorstellung der Initiatoren

                                               -          Sahin Aydin – Vorsitzender des Kurdisch-Deutschen Freundschaftskreis Münsterland

                                               -          Dr. Chris Breuer – Vorstandsmitglied SPD Gronau-Epe

 

15:15 Uhr        Grußwort des Bürgermeisters

15:20 Uhr        Stolpersteine in Gronau und Epe – Stadtarchivar Gerhard Lippert

15:30 Uhr Auf der Suche nach den Moorsoldate Tätige Friedenserziehung

       Schüler der Fridtjof-Nansen-Realschule über die Grabpflege am KZ     

       Börgermoor und ihre Erfahrungen mit den Stolpersteinen

 

16:00 Uhr        Fußweg zum Stolperstein von Rudolf A. Gemkow in der Poststraße 44.

              Besinnlicher und persönlicher Ausklang.

 

Wir möchten Sie bitten, während der Veranstaltung auf Fahnen, Plakate und sonstige große politische Symbole zu verzichten. Gerne können jedoch Kerzen oder Rosen gelegt werden.

 

Hintergrund:

 

Im Vorfeld, ab 11.30 wird Gunter Demnig die vier Stolpersteine verlegen. Interessierte sind herzlich eingeladen, in Gedanken an die Opfer bei den Verlegungen dabei zu sein.

 

 

             Grünstiege 19, um 11:30 Uhr

 

HIER WOHNTE

ALBERT GUDZENT

JG. 1891

IM WIDERSTAND / SPD

VERHAFTET OKT. 1936

„HOCHVERRAT“

ZUCHTHAUS RECKLINGHAUSEN

BUCHENWALD, SACHSENHAUSEN

FLOSSENBÜRG

ERMORDET 2.5.1940

 

             Bachstraße 5, ca.11:45 Uhr

HIER WOHNTE

FRIEDRICH KUNKEL

JG. 1901

IM WIDERSTAND / SPD

VERHAFTET 1936

„HOCHVERRAT“

ZUCHTHAUS RECKLINGHAUSEN

ENTLASSEN 1939

1943 STRAFBATAILLON 999

1944 BUCHENWALD

ENTLASSEN 1944

 

 

 

                  Poststr. 44, ca. 12:20

 

HIER WOHNTE

RUDOLF A. GEMKOW

JG. 1915

IM WIDERSTAND / KPD

VERHAFTET 1936

„HOCHVERRAT“

ZUCHTHAUS GALLONOW

ENTLASSEN 1939

1943 STRAFBATAILLON 999

ÜBERLEBT

 

 

               Ostbogenstraße 12, ca. 12:45 Uhr

 

HIER WOHNTE

GEORG JOHANN

FISCHER

JG. 1901

IM WIDERSTAND / KPD

VERHAFTET 1936

 „HOCHVERRAT“

STRAFLAGER BÖRGERMOOR

ENTLASSEN 1937

 

 

Biografien  im Kürze

 

        

       Rudolf A. Gemkow

Rudolf Alwin Fritz Gemkow, Jahrgang 1915, wurde in Stolp in Pommern geboren. Nach seiner Elektrikerlehre zieht er mit seiner Familie nach Gronau, wo er Mitglied der KPD Ortsgruppe Gronau/Westfalen wird. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat verbüßt er eine Zuchthausstrafe im KZ-Gollnow in Pommern zwischen in 1936 und 1938. Nach seiner Entlassung wird er wieder als Elektriker im Straflager eingesetzt und ab 1943 als Elektriker in Afrika eingesetzt. Am 25. Februar 1946 wurde er entlassen und kehrte zurück nach Gronau, wo er zuletzt mit seiner Mutter in der Poststraße 44 wohnte.

 

      Georg Johann Fischer

Georg Johann Fischer wurde am 25. Mai 1901 in Gronau geboren. Er war Bauarbeiter und Mitglied der KJVD und später ebenfalls der KDP. Verurteilt wurde er wegen der Vorbereitung zum Hochverrat am 28. Oktober 1936. Am 7. Dezember 1936 wurde er vom Gefängnis in Hamm in das Zuchthaus in Münster eingeliefert. Er verbüßte gut anderthalb Jahre im Straflager Börgermoor und wurde am 22. Juli 1937 entlassen. Seine Ehefrau Anna war ebenfalls Mitglied der KPD und wurde wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Hamm verurteilt und zwei Jahre im KZ Papenburg/Börgermoor festgehalten.

 

 

        Fritz Kunkel

 

       Friedrich Reinhardt Kunkel wurde am 10. Juni 1901 in Gembitz/Bromber im     heutigen Polen geboren. Durch seine Erfahrungen im Kriegseinsatz         1918 wurde er zum Gegner des Militarismus. Seit 1923 arbeitetete er als Schlosser in der Textilindustrie, trat 1924 in den Allgemeinen Deutschen         Gewerkschaftsbund ein und wurde 1925 Mitglied der SPD. Er wird 1936 am Arbeitsplatz verhaftet und wegen Hochverrat zu drei Jahren und neun         Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung 1939 arbeitet er bei VW in Wolfsburg. Als dort bekannt wird, dass es sich bei Friedrich Kunkel um         einen Sozialdemokraten handelt, der im Zuchthaus gesessen hat, wird er entlassen und arbeitet ab 1940 wieder in Gronau als Hilfsarbeiter. 1944         wird er erneut verhaftet und zum KZ-Buchenwald deportiert. Nach dem Krieg wird er von der englischen Kommandantur als Polizist eingesetzt,             wird Ortsvorsitzender der Gewerkschaft und später ebenfalls stellvertretender Kreisvorsitzender der DGB. Er starb 1974.

 

        Albert Gudzent

Albert Gudzent wurde am 24. April 1891 in Recklinghausen geboren. Er wurde im 1. Weltkrieg schwer verwundet und konnte der französischen Gefangenschaft entfliehen. Von 1918 bis 1933 war er mit Unterbrechung Mitglied der SPD. Seit 1927 war er in der Textilindustrie in Gronau tätig. 1934 beteiligte er sich mit seiner Frau Emma an einer SPD-Widerstandsgruppe, die illegale Schriften aus den Niederlanden ins Ruhrgebiet schmuggelte. Er wurde

 

       1936 inhaftiert und schließlich im Herbst 1937 im KZ-Buchenwald eingeliefert. Von hier aus wurde er dann zum KZ-Sachsenhausen gebracht             und von dort aus ins KZ- Flossenbürg, wo er 1940 ermordet wurde. Seit Mitte der 1970er Jahre erinnert in Gronau die Gudszent-Straße an ihn.

 

 

 Veranstalter: Kurdisch-Deutscher Freundschaftskreis Münsterland & SPD Gronau

 

 

       

 

  

       

 

 

Pressemitteilung, 24.02.2019

 

 

Am 23. Februar 2019 fand eine Gedenkveranstaltung  am Grab von Alois Fulneczek auf dem Westfriedhof statt. Als ein Sprecher der revolutionären Bergarbeiter Bottrops war er vor 100 Jahren vom Freikorps Lichtschlag verhaftet und im Gerichtsgefängnis ermordet worden.

 

Als Moderator und Organisator führte der ehemalige Ratsherr Sahin Aydin durch die  Gedenkveranstaltung, zu der er auch die Enkelin von Alois Funeczek, Frau Krahl, begrüßen konnte.

 

Zunächst stellte der Historiker Dr. Peter Berens das Leben des Alois Fulneczek in den Zusammenhang der großen sozialen Bewegungen von Dezember 1918 und Januar, Februar und April 1919 mit der hunderttausende Bergarbeiter die 7-Stunden-Schicht, aber nicht die von SPD, USPD und KPD geforderte Sozialisierung erstreiken konnten. Als ein Sprecher der Arbeiterbewegung und vieler polnischsprachiger Kumpel in Bottrop war der Bergmann und Migrant Fulneczek den Angehörigen des antidemokratischen, monarchistischen und streikfeindlichen Freikorps Lichtschlag besonders verhasst.

 

Jörg Wingold (DKP) berichtete, dass sein Großvater 1918-1919 der sozialdemokratische Vorsitzender des Bottrop Arbeiter- und Soldatenrats war – und somit ein damaliger Gegenspieler von Alois  Fulneczek. Wingold bedauerte, dass er nicht die Gelegenheit hatte, mit seinem Opa über die Ereignisse von 1919 zu sprechen. Der Sprecher der DKP schlug einen Bogen zur Bedeutung des Gedenksteins für die Märzgefallenen und zu den benachbarten Gräbern der von den Nazis ermordeten Kommunisten Michael Mast und Franz Kwasigroch.

 

Vor dem Hintergrund der Bekämpfung der Arbeiterbewegung durch reaktionäre Kräfte 1919 sprach  Frank Jasenski von der MLPD die aktuelle Rechtsentwicklung in Europa an.

 

Peter Reichmann umrahmte die Gedenkveranstaltung mit Arbeiterliedern.

 

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Pressemitteilung, 18.02.2019

 

Am 23. Februar 2019 jährt sich zum hundertsten Mal die Ermordung des Bottroper Sprechers der revolutionären Bergarbeiter, Alois Fulneczek, durch das monarchistische Freikorps Lichtschlag. Der Karl-Liebknecht-Club Bottrop organisiert dazu eine Gedenkkundgebung am Samstag, den 23. Februar 2019 auf dem Westfriedhof Bottrop. Wir treffen uns um 13:30 Uhr auf dem Parkplatz des Friedhofes und gehen dann gemeinsam zum Gedenkstein und Grab von Alois Fulneczek.

Begrüßung und Moderation übernimmt der Lokalhistoriker und Leiter des Karl-Liebknecht-Clubs Bottrop Sahin Aydin.

Anschließend wird der Historiker Dr. Peter Berens auf die Lage der Arbeiterbewegung im Jahre 1918/1919 in Bottrop eingehen.

Danach folgen Redebeiträge von Frank Jasenski  MLPD und Jörg Wingold DKP (beide Bottrop) und DIE LINKE (Oberhausen).

Das Programm wird umrahmt mit Arbeiterliedern, vorgetragen von Peter Reichmann (Gitarre und Gesang). Anschließend werden Blumen und Kränze niedergelegt. Für ältere Menschen sind Sitzmöglichkeiten vorhanden.

Mit freundlichen Grüßen
Sahin Aydin

Karl-Liebknecht-Club Bottrop


Kontakt

Karl-Liebknecht-Club Bottrop

c/o Sahin Aydin

Postfach 100124

 

46201 Bottrop

E-Mail: info@sahinaydin.de

Rosa Luxemburg & Karl Liebknecht
Rosa Luxemburg & Karl Liebknecht

     Alois Fulneczek

29.12.1882 - 23.02.1919